Katzenartige

Löwen. Eigentlich will ich als nächstes über Katzen schreiben, die Katzen von La Recoleta, der Stadt der Toten, wo Argentinien noch um Evita Perón weint. Es gibt unfreiwillig aufgelassene Gruften mit Blick auf Särge. Katzen beleben sie. Friedhofswärter füttern sie und schaffen ihnen ein Lager für die Nacht. Der Tod und die Tiere. Einige sollen ihn riechen, wenn er nah sei. Alban Nikolai Herbst erzählte mir von den Parsen, die ihre Toten den Geiern überlassen. Die Vorstellung, jemanden unter die Erde oder in eine  Gruft, – eine letzte Wohnstatt – zu bringen, mit dem man gelebt hat, sich durch Raum und Zeit bewegt, ist mir nach wie vor so unvorstellbar wie unangenehm.

Die Frage bleibt, ob ich die Buchtexte wirklich umbrechen soll, ja, es ist beschwerlich, sie mit den Mitteln der Dichtung in Prosa zu bringen, aber es entspricht dem Thema, Verse gäben mehr Raum, aber den haben Tiere in Architektur nun mal nicht. Die eigenen Dressuren, sowieso, das ständige am Schreibtisch sein, wollte man nie. Die Unrast, die Unruhe, die eigenen Beschränkungen. Rennen war eigentlich mal das größte Glück. Die Welt als ganzer Erfahrungsraum, in den meisten Pässen ist schon das gründlich vereitelt.

Gated. Man kann es nicht weit genug denken, was das eigentlich heißt.

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