Autan

Eigentlich wollte ich einen Geparden hochjagen, aber der faule Renner lässt sich hier nicht hertreiben, in Florianopolis, dem Süden Brasiliens, kommt er ja auch nicht vor, nur der Jaguar (Onca) ist vertreteten. Heute nacht wurde mir bewusst, ich kann ein paar Insekten nicht aussparen, die wohl lästigstens Tiere in Architektur sind Blutsauger und Stecher, der gemeinen Stechmücke einen prominenten Platz in meinem Buch einräumen, widerstrebt mir allerdings etwas, und es fragt sich auch, was soll ich dazu fotografieren? Wallkills? Blutflecken an Wänden und auf Laken? Der berühmte Mückenbiss Monty Pythons, von einem Tiger in Afrika begangen, jaja. Prominent ist so ein Biest ja allerdings doch, die WHO registriert doppelt so viele Malariatote als bislang angenommen. 2010 starben 1,2 Millionen Menschen an Malaria. Gestern nacht am Strand blinkte ein Glüchwürmchen im Sand, Natur ist so irre. 14000 Insektenarten ernähren sich von Blut, Grusel, Horror, und selbst in Robert Musils wundersamer Erzählung Die Portugiesin wird der Raubritter, der einen Wolf von Hand erschlagen konnte, letztlich vom Stich einer Mücke dahin gerafft. Man versucht nun mit genmanipulierten Insekten gegen jene vorzugehen, die Krankheiten verbreiten. Mücken und die nächtliche, schlafraubende Jagd nach ihnen, eignen sich natürlich auch hervorragend für Slapstick, ich erinnere, wie in Wenders Lisbon Story Ulrich Noethen eine wunderbare Mückenjagd hinlegt. Ein Mann, der Töne sammelt, aber am Sirren der Mücken des Nachts verzweifelt. Bei Insekten fallen einem dann auch lauter nichtgeschriebene Insektenwitze ein, kommt ne Mücke zum Tierarzt… Highly underrated Animals und ihre Rache daran, dass size matters, so könnte man einige Insekten kategorisieren.

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